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Grundsätzlich führt jede Vasektomie-Methode zum gewünschten Erfolg:
Unfruchtbarkeit
Der Eingriff wird meist in örtlicher Betäubung durchgeführt. Auf
Wunsch ist eine zusätzliche Sedierung angezeigt, um die Stressbelastung für den Patienten während der Operation zu reduzieren und dessen Ansprechbarkeit dennoch zu gewährleisten und die
bestmögliche Zusammenarbeit mit dem Operateur zu ermöglichen. Um die Risiken für mögliche Komplikationen wie einen unbeabsichtigten Bewusstseinsverlust, ein Ausschalten oder eine
Beeinträchtigung der Schutzreflexe oder eine Kreislauf- oder Atemdepression zu minimieren, sind geeignete Überwachungsmaßnahmen erforderlich.
In den letzten Jahren haben sich mehrere Methoden in Deutschland
etabliert, die sich grundätzlich nur gering unterscheiden:
1) Ligaturtechnik (konventionelle Vasoresektion): Mittels einer
Tuchklemme wird der Samenleiter links und rechts am Hodensack durch die Haut fixiert und die Skrotalhaut 1-1,5 cm mit dem Skalpell eingeschnitten. Nach Freilegung des
Samenleiters werden 2-3 cm Samenleiter entfernt, die Enden abgebunden und noch zusätzlich u-förmig umgeschlagen, um ein unbeabsichtigtes Zusammenwachsen der Enden zu verhindern.
Tatsächlich findet man aber bei Refertilisierungsoperationen nur bindegewebige Stränge und keine u-förmigen Samenleiterenden. Es ist daher anzunehmen, dass die abgebundenen
Samenleiterenden absterben, was zur Bildung von sog. Spermagranulomen (Blasenartige Veränderung mit Samenzellen gefüllt) führen kann, mit der Gefahr der Rekanalisierung
(=Wiedervereinigung der Samenleiter durch Anschluss an das andere Samenleiterende). Werden bei dieser Technik weniger als 14 bis 16 mm Samenleiter entfernt - was dem Durchmesser eines
grossen Spermagranuloms entspricht - steigt die Rekanalisationsrate deutlich an (Hallan 1988).
2) Ligaturtechnik (minimalinvasive Vasoresektion): Diese zunächst
in den USA bekannt gewordene Methode (Schmidt 1968) dürfte die derzeit weltweit am häufigsten angewandte Technik sein. Das Prinzip besteht in einer durch thermische Schädigung
ausgelösten Vernarbung der Samenleiter. Der Samenleiter wird auf beiden Seiten zwischen Daumen und Zeigefinger der linken Hand festgehalten, ein Lokalanästhetikum in die Haut
injiziert. Nach entsprechender Einwirkungszeit wird dann die Skrotalhaut etwa 0,5 cm längs mit dem Skalpell eröffnet, bis der Samenleiter sichtbar wird.
Der Samenleiter wird mit
einer Spezialklemme gefasst und das umgebende Bindegewebe vorsichtig abgestriffen. Blutungen werden mit einer bipolaren Pinzette verkocht. Anschließend erfolgt ein teilweises Eröffnen
des Samenleiters durch Schnitt mit dem Salpell mit Verkochung des Hohlraums des Samenleiter auf einer Strecke von etwa 1,2 cm kopfwärts und 0,8 cm in Richtung des jeweiligen Hodens.
Anschließend werden auch hier beide Samenleiterenden mit einem schwer-auflösbaren Faden abgebunden. Entfernt wird etwa 1 cm Samenleiter. Viele Operateure vernähen beide Samenleiterenden
in verschiedenen Schichten um auch hier eine mögliche Rekanalisation zu verhindern
Der Vorteil dieser Technik besteht in einer hohen Sicherheit (0,4%
Versagerquote) bei minimaler Komplikationsrate (Entzündung und Hämatome unter 1%, Weiske 1994). Durch die atraumatische Operationstechnik wird letztlich nur soviel Gewebe geschädigt, wie
unbedingt erforderlich.
3) No-scalpel vasectomy:
Die am wenigsten invasive Vasektomietechnik ist die in China 1974 entwickelte sogenannte "no-scalpel vasektomy" (Shunqiang Li 1988). Bei dieser Methode wird auf den Gebrauch eines Skalpells verzichtet, die Operation nur durch eine
einzige kleine punktförmige Eröffnung in der Skrotalhaut durchgeführt. Da hierbei am wenigsten Gewebe eröffnet und verletzt wird, kommen hierbei Infektionen und Hämatome nur noch sehr selten vor. Die Komplikationsrate der "No-scalpel"-Technik beträgt insgesamt nur 0,4% gegenüber 3,1% für die konventionellen Techniken (Nirapathpongporn 1990). Eine Fadenentfernung ist bei der No-scalpel vasectomy nicht erforderlich. Die “no-scalpel-vasectomy” ist auch die Methode, welche ich seit 7 Jahren in der Praxis anwende.
4) Cliptechnik:
Manche Operateure verschließen die Samenleiterenden mittels sogenannter Hämoclips. Das sind Klammern aus Kunststoff, wie sie bei großen Bauchoperationen zur Blutstillung verwendet werden. Die Schwierigkeit dieser Technik besteht darin, dass zu wenig geschlossene Clips durch das postoperative Anschwellen der Samenleiterenden auseinandergedrückt werden können. Andererseits droht bei zu starkem Druck auf die Samenleiterenden ein Absterben des Samenleiterendes, was wiederrum zum Abfallen des Clips und damit zur spontanen Rekanalisation führen kann.
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