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Willkommen auf meiner Informationsseite zu allen Fragen der männlichen Sterilisation

Sterilisation / Vasektomie beim Mann

Wissenswertes über vasektomie - no scalpel vasektomie - vasotomie

Bei fachgerechter, sorgfältiger Durchführung der Vasektomie ist die Komplikationsrate, abhängig von der Erfahrung des Operateurs, sehr gering. Grundsätzlich gilt für den Patienten: Beherzigen Sie die Ratschläge bzw. Anweisungen des Operateurs, auch wenn diese manchmal übertrieben erscheinen mögen. Auch wenn Sie postoperativ (fast) beschwerdefrei sind, müssen Sie sich schonen!

Manchmal kann es durch die örtliche Betäubung zu kleinen Blutergüssen an der Einsichstelle kommen, diese verschwinden aber ohne weitere Nebenwirkungen nach wenigen Tagen von selbst.

Mögliche aber sehr seltene Komplikationen nach Vasotomie sind:

  • Großer Bluterguss im Hodensack einseitig oder beidseitig (Hämatom)
  • Nebenhodenentzündung einseitig oder beidseitig (Epididymitis)
  • Infektionen der Hodensackhaut mit Abszessbildung (Eiter-gefüllte Wundhöhle)
  • Spermagranulome (Samenzell-gefüllte Blasen mit möglichem Anschluss an das obere Samenleiterende), dadurch ungewollte Refertilisierung möglich.
  • Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom (Post-Vasectomy-Pain-Syndrom): Hierbei handelt es sich um langanhaltende, chronische Schmerzen im ehemaligen Operationsgebiet, wahrscheinlich verursacht durch Nervenreizung und/oder Entzündung des Nebenhodens. Seriöse Untersuchungen zur Häufigkeit des Auftretens gibt es bisher nicht. Im Patientengut unserer Praxis hatten wir seit Einführung der No-scalpel-vasectomy vor 7 Jahren keinen einzigen Fall des Post-Vasektomie-Syndroms.

Bei der in unserer Praxis bevorzugten Operationsmethode der “no-scalpel-vasektomie” traten bisher bei keinem einzigen der Patienten nennenswerte Komplikationen auf.

Zählt man die Daten aus der vorhandenen Literatur zusammen, so ergibt sich für die Vasektomie eine Erfolgsquote von 97,2-100% unabhängig von der angewandten Technik. Entscheidend ist die Erfahrung des Operateurs und der Nachweis von mindestens 2 negativen Spermiogrammen im Abstand von 2 Wochen.
 

© by Peter Schmauss

Laut Literatur kann es bei etwa der Hälfte der Patienten nach der Vasektomie zur Bildung von Spermatozoenantikörpern (Schill 1977) kommen. Darunter versteht man die Bildung von bestimmten Bausteinen im Körper, die die Befruchtungsfähigkeit der im Hoden verbleibenden Samenzellen behindern. Dies hat aber auf den Patienten im Normalfall keine negativen Auswirkungen:

Einzige Ausnahme: Eine gewisse Bedeutung gewinnen die erhöhten Spermatozoenantikörper dann, wenn eine Refertilisierung erwünscht ist (Linnet 1983). Es hat sich gezeigt, dass bei sehr hohen Antikörpertitern die Erfolgsaussichten auf eine Schwangerschaft eingeschränkt sind.

Nebenwirkungen hinsichtlich Potenz, sexuellem Empfinden, sexuellem Verlangen (Libido), Orgasmusfähigkeit o.ä. sind weltweit nicht bekannt (Richards 1981). Untersuchungen in unserem Patientengut haben gezeigt, daß nahezu alle Männer mit der Entscheidung zur Vasektomie vollkommen zufrieden waren und im Falle einer nochmaligen Entscheidung erneut zu einer Vasektomie bereit wären. Das Familienleben, insbesondere das Eheleben und die Lust am Sex verbessern sich nach Vasektomie bei vielen Paaren, da sie nun keinerlei Angst vor ungewollter Schwangerschaft mehr haben müssen. Eine Einschränkung der Libido, sexuellen Leistun gsfähigkeit oder Orgasmusfähigkeit ist technisch und anatomisch bedingt, durch die Sterilisation selbst nicht möglich. Postoperative psychische Probleme sind fast immer präoperativen Ursprungs. Patienten, die schon vor der Vasektomie einen ängstlichen und unsicheren Eindruck machen und psychische Probleme postoperativ erwarten, sollt man besser nicht operieren und zunächst nach den Ursachen forschen.

Es gibt grundsätzlich keinen Zusammenhang zwischen Vasektomie als Operation und psychischen Veränderungen. Das Gleiche gilt auch für Erektionsstörungen. Besonders problematisch sind aber Männer, die Zeugungsfähigkeit mit Männlichkeit gleichsetzen. Aber auch Männer, die besonders frauenfreundlich sein wollen, es nur ihrer Frau zuliebe machen lassen und es eigentlich nicht wollen, werden u. U. postoperativ psychische Probleme haben, wenn sie entdecken, dass sie unter einem Zwang von aussen handelten. Die Kunst des Arztes besteht darin, dies vor einer OP zu erkennen und den Patienten entsprechend aufzuklären.

Als eiserner Grundsatz sollte daher gelten: Im Zweifelsfalle nicht operieren, sondern abwarten.

Vasektomierte Männer haben kein erhöhtes Risiko an Prostata- oder Hodenkrebs zu erkranken. Trotzdem die Vasektomie schon jahrzehntelang weltweit durchgeführt wird, gibt es bis heute keine Studien, die einen möglichen Zusammenhang nachweisen können. Unabhängig davon sollten sich Männer regelmäßig jährlich einmal zu Krebsvorsorgeuntersuchungen bei Ihrem Arzt vorstellen:

  • ab dem 20. Lebensjahr zur Hodenkrebs-Früherkennung
  • ab dem 40. Lebensjahr zusätzlich zur Prostatakrebsfrüherkennung
  • ab dem 50. Lebensjahr zusätzlich zur Dickdarmkrebsfrüherkennung