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Die Vasektomie (männliche Sterilisation) gilt als die derzeit sicherste,
effektivste und einfachste Methode zur Verhütung beim Mann.
Alle bisherigen Versuche, durch Hormone oder Medikamente eine wirksame
Kontrolle der Samenzellbildung beim Mann zu erreichen, sind sowohl aufgrund der Nebenwirkungen, als auch wegen noch nicht abgeschlossener Forschungen derzeit nicht einsetzbar. Zum jetzigen
Zeitpunkt ist eine effektive Methode zur Unterdrückung der Samenzellbildung durch ein nicht operatives Verfahren in absehbarer Zeit nicht zu erwarten.
Bisher sind mehr als 60 Millionen Männer weltweit sterilisiert worden.
Grundsätzlich hat es sich in Westeuropa durchgesetzt, dass in den ersten Jahren einer Paarbeziehung, solange Kinderwunsch besteht, sich meist die Partnerin um die Verhütung kümmert und zwar in dem Maße
wie es erforderlich ist um die Häufigkeit und Abstände ziwschen den Schwangerschaften zu kontrollieren. Nach Abschluss der Familienplanung, d.h. in Deutschland durchschnittlich nach dem 2. Kind,
übernimmt zunehmend der Mann die Aufgabe der Fertilitätskontrolle in Form einer Vasektomie.
Da durch die Vasektomie nur der Nachschub an Samenzellen unterbrochen wird, sind die
Patienten nach der Operation weiterhin für eine begrenzte Zeit fruchtbar. Erst nach vollständiger Entleerung der Samenleiter (links und rechts der Prostata) tritt Unfruchtbarkeit ein. Bei 2-3 maligem
Geschlechtsverkehr pro Woche, kann man mit dem Eintritt der Unruchtbarkeit nach ca. 8 Wochen rechnen. Sicher ist die Unfruchtbarkeit (Sterilität) jedoch erst nach Untersuchung von mindestens 2
Samenproben (8 und 10 Wochen nach OP). Ergibt eine der beiden Samenproben den Nachweis von lebendigen oder toten Samenzellen, so müssen im Anschluss daran erneut mindestens 2 Samenproben ohne Nachweis
jeglicher Samenzellen, d.h. negativ sein! Es empfiehlt sich zudem nach ca. 1 Jahr eine dritte Samenprobe auf Unfruchtbarkeit untersuchen zu lassen.
Da auch nach der Vasektomie weiterhin eine wenn auch geringe Samenzellproduktion im
Hoden aufrecht erhalten bleibt, besteht grundsätzlich die Möglichkeit einer Wiederherstellungs-Operation. Jedoch ist diese mit einigem Aufwand verbunden. Beide Samenleiterenden werden unter
dem Operationsmikroskop wieder zusammengenäht. In den meisten Fällen kann eine Durchgängigkeit der Samenleiter erreicht werden, allerdings führt der Eingriff in seltenen Fällen trotzdem
nicht zu erneuter Zeugungsfähigkeit, da keine Voraussage gegeben werden kann in welchem Umfang sich die Samenzellproduktion nach Refertilisierung wieder erholt. Ein Grund hierfür könnte die Bildung von
Antikörpern gegen die körpereigenen Spermien sein, auch eine Verklebung der Samenleiterenden ist möglich.
Die von mir in der Praxis durchgeführte Methode der “no-scalpel-vasectomie”
(NSV) führe ich grundsätzlich so durch, daß eine Refertilisierung, falls zu einem späteren Zeitpunkt gewünscht, mit hohen Erfolgschancen möglich sein wird.
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